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Die DAFFODIL-Methode®

In seinem neuen Buch „Projektherz – Das Handwerk der Inspiration“ (Daedalus Verlag, 2010) stellt Bernhard M. Scheurer die DAFFODIL-Methode vor. Sie stellt einen Leitfaden für strukturiertes Vorgehen beim Lösen von Problemen dar - in einer Firma, einer Familie oder im Sportverein. Die Methode empfiehlt sich vor allem dann, wenn es um Projekte, also um neuartige Aufgabenstellungen geht.

Das Akronym DAFFODIL (engl. für „Osterglocke“) dient zum Einprägen der folgenden acht Schritte:

 

Der erste Schritt ist laut Scheurer der wichtigste: Dämme bauen, sich abschirmen gegenüber allen störenden Einflüssen – Fernsehen, Telefon, Internet, lästige Kollegen oder Nachbarn, also gegenüber dem alltäglichen Brei von Ablenkungen, Pseudonachrichten und sonstigen Zeitdieben.

Der Schutzwall, den man sich in diesem ersten Schritt aufbaut, kann gleichzeitig als Staudamm dienen. Die obige Abbildung macht es deutlich: Während rechts vom Damm arbeitsame Ruhe herrscht, werden auf der linken Seite Impulse, Daten und Ideen in einem „Staubecken“ gesammelt. Damit sind wir beim zweiten Schritt: Akkumulieren. Selbstverständlich werden einige der gesammelten Informationen überflüssig oder gar schädlich für unser Vorhaben sein; deshalb der Doppelschritt: Filtern und Fokussieren.

Die nächsten drei Schritte verstehen sich von selbst: Organisieren, Delegieren und Initiieren. Je nach Art der Problemstellung braucht man hier natürlich zusätzliche, spezielle Techniken und Richtlinien.

Der letzte Schritt ist von ähnlich entscheidender Bedeutung wie der erste: Lassen. Dieser Punkt wird nach der Auffassung des Autors ebenso selten wie das „Dämme bauen“ in der Fachliteratur erwähnt und ebenso häufig in der Praxis vernachlässigt. Einfach lassen. Loslassen. Machen lassen.

Der folgende Auszug aus Scheurers neuem Buch „Projektherz“ macht deutlich, wie eng die DAFFODIL-Methode mit der Projektintelligenz, dem Kernbegriff des Buchs, sowie mit den Projektarchetypen (Hase, Gans, Fuchs, Adler) verknüpft ist; in der Textpassage geht es um den sechsten DAFFODIL-Schritt: Delegieren.

… wo eine Projektleiterin oder ein Projektpromotor feststellt: Ich kann das nicht alles allein machen, ich brauche Unterstützung bei meinen Aufgaben. Dies ist einerseits mit pragmatischen Überlegungen verknüpft: Wer ist fachlich qualifiziert für diesen oder jenen Job? Andererseits ist gerade im Projektgeschäft jetzt das Kriterium „Spirit“ von hochrangiger Bedeutung: Kann ich die in Frage kommenden Leute auch für das Projekt begeistern? Werden sie echten Teamgeist entwickeln?

Wenn Sie nun alle acht DAFFODIL-Schritte der Reihe nach durchgehen, werden Sie feststellen: Stets ist Projektintelligenz gefordert. Dabei sind bisweilen eher die Füchse und Hasen gefragt – beim Bauen der Dämme und beim Akkumulieren zum Beispiel. In anderen Fällen sollten eher die Gänse zum Zug kommen…

Und falls es beim Bewerten der Ziele zwischen den drei Archetypen einmal zu keiner Einigung kommt, muss halt ein Adler ran. Er wird das Team durch den Konflikt hindurch zu einer Entscheidung führen – im Zweifel fürs Projekt …

 

Literaturhinweise:

 

 



© Bernhard M. Scheurer